Die Vereinigung

Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft

 

The Association of Israelis of Central European Origin (NPO) – National Organization
157 Yigal Alon st. Tel Aviv 6744365
Tel: 03-5164461, Fax: 03-5164435
Email: info@irgun-jeckes.org

Die Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die als gemeinnützige Einrichtung zum Wohle der Israelis mitteleuropäischer Herkunft tätig ist-  Deutschland, Österreich,
Tschechei und anderen Gebieten – sowie ihrer Nachkommen, soweit Deutsch ihre Sprache und kulturelles Erbe ist. Gegründet wurde sie 1932.

Die Vereinigung feiert in 2008 ihr 75-jähriges Bestehen. All die Jahre wirkte die Organisation ohne Unterlass und reagierte mit Offenheit und Flexibilität auf die sich verändernden Bedürfnisse ihrer Mitgliedschaft.

Wertmaßstäbe

Gegenseitige Hilfe, gesellschaftliche Solidarität, Zionismus und Aufbau des Landes, Leistung und Wissenserweiterung, Erziehung und Kultur, Arbeitsmoral und wirtschaftliche Entwicklung, sowie eine pluralistische Weltanschauung, die jüdisches Erbe und die Kultur Mitteleuropas zur Wurzel hat.

Wichtigste Aktivitäten

Das Solidaritätswerk – Gemeinnützige Hilfe für Senioren und Kranke
Das Solidaritätswerk wurde 1941 gegründet, um hilfsbedürftigen Menschen unserer Kreise Unterstützung zu bieten. Es bemüht sich um Spenden, durch die dann Hilfe gegeben wird. Viele der Unterstützten sind bejahrt, Überlebende der Shoa, Kranke und Vereinsamte. Die Unterstützung wird bei Bedarf als ständige, monatliche Zahlung geleistet und/oder für den Kauf von Pflege- und Hilfsmitteln, medizinischen Geräten, Medikamenten, Mahlzeiten usw. verwendet.  Die Einrichtung unterstützt auch Bewohner der Elternheime der Vereinigung. Das Solidaritätswerk arbeitet mit der Claims Conference zusammen und ist als Organisation zur Verhandlung von Entschädigungsansprüchen von Israelis österreichischer Herkunft gegenüber der österreichischen Regierung anerkannt.

Die Elternheime
Unsere Vereinigung war die erste, die sich um ihre alternden Mitglieder kümmerte und wirkte damit als Pionier in der israelischen Gesellschaft auf dem Gebiet der Geriatrie. Heute werden 9 Elternheime hohen Standards von der Organisation geführt, in denen ca. 850 Bewohner leben. Es gibt Wohneinheiten für Selbstversorger, betreutes Wohnen und Pflegestationen, sowie drei Senioren-Klubs.

Die Zweigstellen der Organisation in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa – kulturelle und gesellschaftliche Aktivitäten
Die Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft unterhält drei Zweigstellen in den drei grossen Städten. Diese Zweigstellen führen den Großteil der Aktivitäten in den Gemeinden durch und stellen für die Mitglieder der Organisation das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum dar. Die Tätigkeit dieser Ortsstellen besteht u.a. in dem ehrenamtlichen Betreiben einer Hotline, um hilfsbedürftige Mitglieder aufzuspüren und sie mit entsprechend qualifizierten Stellen und Volontären zu verbinden. Soziale und kulturelle Treffen, vielfältige Kulturveranstaltungen wie Kurse, Ausflüge und Vorträge finden statt.. An diesen Aktivitäten nehmen jedes Jahr Tausende von Mitgliedern und Freunde aller Altersgruppen teil.

"Noam"- jugendliche Einwanderer aus Mitteleuropa – Begleitung von Neueinwanderern und Ermutigung zur Einwanderung
Noam ist ein Abkömmling der Mutterorganisation und wurde 1998 gegründet, um auf die Bedürfnisse der deutschsprechenden Neueinwanderer aus Mitteleuropa zu reagieren. Bei Noam sind jetzt ungefähr 800 junge Neueinwanderer als Mitglieder eingetragen. Der Wirkungskreis von Noam bezieht sich auf diese Neueinwanderer, sowohl als zeitweise in Israel lebende Jugendliche, wie Studenten, die Familien der Neueinwanderer und auf  potentielle Einwanderer, die noch im Ausland leben.

Stipendien – Unterstützung für Studenten und Doktoranden
Die Organisation verteilt über das Solidaritätswerk jedes Jahr Stipendien für Studenten der zweiten und dritten Generation. In den letzten fünf Jahren überreichte die Organisation 108 Stipendien in Höhe von einer halben Million Schekel.

Mitteilungsblatt "MB – Yakinton"
Das Mitteilungsblatt wurde 1932 gegründet und erscheint seitdem ununterbrochen.  Im Mitteilungsblatt finden sich Beiträge zu Themen wie Gesellschaft und Kultur, Kulturerbe und persönliche Geschichten. Desweiteren fördert das Mitteilungsblatt die Meinungsbildung zu gesellschaftlichen Themen, unterstützt ehrenamtliche Arbeit und informiert laufend über die Tätigkeiten der Organisation.

Kulturerbe
Die Vereinigung erweiterte in den letzten Jahren ihren Aktionskreis zur Bewahrung
des Erbes der Fünften Alijah und fördert die vor Jahrzehnten gesetzten Fundamente für diese Aufgaben. Es  werden Geschichten registriert, um den bedeutsamen Einfluss der Juden aus Mitteleuropa auf verschiedenen Gebieten der israelischen Gesellschaft und ihre Prägung im Hinblick auf Gestalt und Entwicklung des Staates Israel darzustellen.

Zusammenarbeit mit dem "Museum deutschsprachigen Judentums"  (Museum der Jeckes) in "Tefen"in Obergaliläa.
Im Jahre 2005 wurde das "Museum deutschsprachigen Judentums, Zentrum für
das Erbe der Jeckes", in seiner jetzigen, erneuerten Form eröffnet. Es erzählt die
Geschichte der Fünften Alijah mit den Mitteln vielfältiger moderner Techniken, inklusive interaktiver Präsentationen, wechselnden Ausstellungen, einem Zentrum für die Archivierung von Zeugnissen, sowie der Möglichkeit von Seminar- und Kongress-Veranstaltungen. Das Museum empfängt an die tausend Besucher pro Jahr mit Führungen. Die Vereinigung initiiert Aktivitäten zur Archivierung und Bewahrung von Zeugnissen und hilft bei ihrer Präsentation, u.a. mit gefilmten Interviews mit den Gründern der Fünften Alijah. Dann gibt es das Dokumentationsprojekt "Jeckes-Pass", das Aufzeichnen der Einwanderer der Fünften Alijah vom Beginn dieser Alijah bis zur Staatsgründung, sowie Hilfe bei Verzeichnungen in privaten Archiven und ihre Weiterleitung an Forschungs-Institute und Archive. Zudem wird mit den
Gremien anderer Körperschaften, die auf ähnlichen Wirkungsgebieten  tätig sind, kooperiert. So ist die Errichtung des Leo–Baeck-Instituts auf die Initiative deutschsprachiger Einwanderer erfolgt. Bei Kulturveranstaltungen wird  auch mit dem Konrad Adenauer Zentrum "Mishkenot Schaananim" in Jerusalem, dem "Diaspora-Museum"in Tel Aviv, den "Goethe-Instituten" in Jerusalem und Tel Aviv, sowie verschiedenen akademischen Einrichtungen  zusammengearbeitet.

Grundsätzliche Erfolge

  • Das Besondere an der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft ist das
    ununterbrochene, beständige Wirken für Tausende von Hilfsbedürftigen – dies bei flexibler Anpassung an die Umstände unter gleichzeitiger Beibehaltung der Wertgrundsätze.
  • Die Vereinigung ist ein Treffpunkt für Mitglieder mit unterschiedlichem sozial-ökonomischem Hintergrund, mit Menschen aus Großstädten und ländlichen Gegenden, unterschiedlichem Bildungsniveau und verschiedensten Berufen.
    Was diese Menschen verbindet, sind die Wertmaßstäbe unserer Vereinigung sowie das Leben und Verwirklichung unserer Ideale durch ehrenamtliche Arbeit, bei Beibehaltung gesellschaftlicher Solidarität und Partnerschaft. All dies ist unser Beitrag zum Gesamtwerk des zionistischen Aufbaus des Staates Israel.
  • Die Vereinigung pflegt und fördert ehrenamtliche Arbeit, die sie seit Jahrzehnten entwickelt und bewahrt, einschliesslich deren Pflege unter jüngeren Menschen der 2. und 3. Generation. Desweiteren gelingt es der Vereinigung, hochqualifizierte Persönlichkeiten für ihre Ziele zu gewinnen, deren Wirkungskreis auf folgenden Gebieten liegt: Wirtschaft und Industrie, Kunst und Kultur, Justiz, Wissenschaft, Erziehung und Studium, Diplomatie und Öffenlichkeitsarbeit, Medien usw.
  • organisiert Aktivitäten zur Einführung in das Thema
    "Das Erbe des mitteleuropäischen Judentums",an denen viele Tausende in  unterschiedlichen Rahmen-Veranstaltungen teilnehmen.
  • Die Vereinigung hat einen positiven Einfluss auf die Gestaltung und die demokratischen Normen des Staates Israels, wie auch auf Gesetzesvorlagen der Knesset und ist sehr erfolgreich bei der Durchsetzung der Interessen von Holocaust-Überlebenden und den älteren Einwanderern. Ein Repräsentant der Vereinigung ist ständiges Mitglied im Forum der Claims Conference.
    Dieses Forum war erfolgreich bei der Gesetzgebung zur Entschädigung und Rückerstattung von Vermögen an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgungen.
    Der Präsidiumsvorsitzende der Vereinigung, Herr Reuven Merchaw, wurde zum Vorsitzenden des Exekutivkomitees der Claims Conference (zentrale Organisation des Jüdischen Volkes zur Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen gegenüber verschiedenen Staaten zwecks Hilfe für Holocaust-Überlebende) gewählt.

Tätigkeitsbereiche

Die Zweigstellen der Vereinigung und der Grossteil der ehrenamtlichen Kräfte :
Die Hilfeempfänger – in allen Landesteilen: in den Städten Jerusalem, Tel Aviv, Haifa und ländlichen Gebieten, in den Moschavim und Kibbutzim.
Aktivitäten zur Förderung und Aufnahme von Neueinwanderern: erfolgt in Israel und in deutschsprachigen Ländern Mitteleuropas.